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Freilichtausstellung

Freilichtausstellung – Seezeichen und Leuchtfeuer

Rund 20 verschiedene Seezeichen sind im Freigelände rund um das Museumsschiff verteilt. Darunter finden sich neben der klassischen Ansteuerungstonne auch Spitz- und Spierentonnen, Richt- und Torfeuer sowie Kardinalkennzeichen. All diese Seezeichen gelangten in das Museum, als ihre Nutzung im Wasserstraßenbereich der Warnow bzw. der Rostocker Hafeneinfahrt endete.

Eine Besonderheit sind die vier gelb-schwarzen Seezeichen, die in der Nähe der Bootswerft stehen. Sie markieren eine Gefahrenstelle – in diesem Fall einen aus dem Wasser ragenden Bootskörper –, die von den Schiffen weiträumig umfahren werden sollte. Zwei Torfeuerdalben, die einst in der Nähe der Warnemünder Molen das Fahrwasser Back- und Steuerbord markierten, sind ebenfalls zu bestaunen.

Wenn man von Dorf Schmarl aus der Straße zum IGA Park folgt, fällt der Blick auf das größte Seezeichen der Sammlung: den schwarz-weißen Molenturm. Es handelt sich dabei um die ehemalige Leuchtbake der Warnemünder Westmole aus dem Jahr 1963.

Langer Heinrich

Mit dem Schwimmkran LANGER HEINRICH besitzt das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock ein technisches Kleinod. Mit einer Hubhöhe von 50 m und einer maximalen Hakenbelastung von 100 t zählte er damals zu den größten Schwimmkränen der Welt. Angetrieben wurde der Kran mit Dampfkraft.

1905 wurde der schwimmende Gigant in Duisburg gebaut und auf der Schichau-Werft in Danzig in Betrieb genommen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde er immer weiter nach Osten verholt, bis der LANGE HEINRICH schließlich in Rostock-Warnemünde vor Anker ging. Nach Kriegsende fand der Schwimmkran ein neues Betätigungsfeld auf der Rostocker Neptunwerft, wo er bis 1978 blieb. Eingesetzt wurde der Kranriese bei Bergungsarbeiten, beim Transport von Schiffssektionen und Brückenhäusern sowie beim Schwergutumschlag im Rostocker Überseehafen. Nach seiner Außerdienststellung übernahm das Schiffbaumuseum den Kran 1980 in seine Sammlung.

Natürlich bleibt es nicht aus, dass der Stahlgigant ab und an Erhaltungsmaßnahmen über sich ergehen lassen muss. Nach zahlreichen kleineren und größeren Reparaturarbeiten kam der LANGE HEINRICH am 12. Februar 2011 zur Notreparatur in die Nordic Werft in Warnemünde: 2010 war eine Kammer des Pontons leck geschlagen; das eindringende Wasser bewirkte eine gefährliche Schieflage des Schwimmkrans. In einem zweiten Schritt wurde der vom Rost bedrohte Kranausleger saniert. Seitdem ist der LANGE HEINRICH wieder an der IGA-Pier erlebbar.

Hebeschiff 1. Mai

Erbaut wurde das Schiff als Eimerkettenbagger SWINEMÜNDE im Jahr 1895 bei der Lübecker-Maschinenbau-Gesellschaft (LMG). Das Hebeschiff war im Stettiner Revier, im Swinefahrwasser und in der Kaiserfahrt unterwegs. Bei Kriegsende 1945 wurde das Schiff nach Stralsund gerettet und dort zeitweise außer Betrieb genommen („aufgelegt“). Sowjetische Truppen demontierten die baggertechnische Ausrüstung. Die Maschinenanlage verblieb teilweise an Bord.

1949 wurde die SWINEMÜNDE zum Hilfsbergungsschiff umgebaut. In den 1950er Jahren wurde das Hebeschiff, das inzwischen 1. MAI hieß, zum wichtigsten Fahrzeug des VEB Schiffsbergung und Taucherei Stralsund. Das Schiff fuhr zwischen Wismar und Wolgast. In den Jahrzehnten nach 1960 wurde das Schiff im Wasserbau und für die Verlegung von Energie- und Postkabeln sowie Dükern eingesetzt. 1991 übernahm das Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum die 1. MAI, wo sie bis 1994 aufwendig restauriert wurde.

Betonschiff Capella

Die CAPELLA ist eines der letzten noch schwimmfähigen Betonschiffe dieser Größenordnung in Deutschland. Sie wurde 1943/44 in Swinemünde/Ostswine gebaut und gehört zum Typ Seeleichter Wiking Motor.

Beton als Austauschmaterial im Schiffbau zu verwenden, war vor allem in Perioden akuten Stahlmangels – wie etwa im Krieg – von Bedeutung. Die Wirren der letzten Kriegsmonate verhinderten jedoch die Endausrüstung des Schiffes.

Vor der Übernahme durch das Rostocker Schiffbaumuseum im Jahr 1988 diente die CAPELLA der Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei in Rostock als Lagerleichter im Rostocker Stadthafen.

Dampfschlepper Saturn

Die SATURN wurde 1908 auf der Hamburger Schiffswerft und Maschinenfabrik AG für die Reederei Gebrüder Wulff gebaut und war ein für seine Zeit typischer kleiner Hafenschlepper. Zwischen 1939 und 1945 fuhr der Schlepper für eine Stettiner Reederei.

Nach Kriegsende sollte es zusammen mit anderen Fahrzeugen der Reederei nach Lübeck verlegt werden. Doch die Schiffe wurden beschlagnahmt, neuer Heimathafen der SATURN wurde Stralsund. Hier gehörte sie zu den wenigen fahrtüchtigen Einheiten, die bei der Gründung der DDR für die technische Flotte zur Verfügung standen.

1955 gelangte das Schiff schließlich nach Rostock zur Warnow-Werft, wo es noch bis 1979 seinen Dienst tätigte, bevor es seine letzte Reise ins Museum antrat. Die SATURN war eines der letzten vollgenieteten und mit Dampf betriebenen Schiffe der DDR-Seewirtschaft.

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